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Die Emporenbilder in der St. Nikolaikirche in Altenstadt - Eine Bilderreise durchs Alte und Neue Testament. - Ein gut gefüllter Gemeindesaal der evangelischen St. Nikolaikirche zeugte von dem großen Interesse am Vortragsthema der zweiten Veranstaltung der Altenstädter Gesellschaft für Geschichte und Kultur e.V. über die Emporenbilder der Kirche am Abend des Freitag, 03. Februar. Viele der Teilnehmer hatten diese Bilder bei ihren Besuchen in Gottesdiensten oder Konzertveranstaltungen in der Kirche schon öfters betrachtet, jedoch ohne die Hintergründe über deren Entstehung, Deutung und ihre wechselhafte Geschichte bis heute zu kennen. Christa Haug, Pfarrerin i. R. hatte sich intensiv in die Materie eingearbeitet und Fakten und historisches Wissen wie ein Puzzle zusammengetragen und daraus einen interessanten und lehrreichen Vortrag ausgearbeitet.  Herr Arpad Molnar hat dazu die einzelnen Gemälde  fotografiert, farblich aufgearbeitet und sie zum Vortrag passend per Lichtbild präsentiert. Zur Entstehungsgeschichte trug Frau Haug vor, dass die Bilder im Jahr 1720 entstanden, nachdem das alte Kirchenschiff baufällig, abgerissen und größer wieder aufgebaut worden war. Der Maler Johann Jacob Hauck, geboren in Homburg (heute Bad Homburg) hat sie gemalt. Die Motive hat er vermutlich den Kupferstichen aus einer im 17. Jahrhundert von dem Nürnberger Pfarrer und Professor Johann Michael Dilherr (1604-1669) herausgegebenen Bibel nachempfunden. Die Gemälde an den Emporen zeigen zuerst Szenen aus dem Alten Testament, dann aus dem Neuen Testament und die Verfasser der 4 Evangelien - an Schreibpulten sitzend, jeweils mit  ihren Symbolen (Mensch, Löwe, Stier und Adler); daran anschließend sind Szenen dargestellt, die zwar noch zu Jesu Lebzeiten spielen, aber über seinen Tod und Auferstehung hinausweisen, zuletzt noch Gemälde  von Weltuntergang, Auferstehung und Gericht. Auf dem Altar steht heute das große Kreuzigungsbild, das in früheren Zeiten darüber an der Empore hing, weshalb die beiden darunter liegenden leeren Felder später mit Bildern vom Abendmahl und den Emmausjüngern ergänzt wurden. Fast 50 Jahre lang (bis1910) waren die Emporenbilder übermalt. Einige Bilder an der Empore sind an Ostern 1945  durch Artilleriebeschuss beschädigt worden, auch die drei , ebenfalls von Hauck gemalten Bilder an der Decke, eines davon zeigt die Vision ,wie der Prophet Gottes Herrlichkeit schaut - Gott in seinem Glanz, umgeben von himmlischen Thronwächtern. Durch die Luftverunreinigung sind die Bilder im Lauf der vielen Jahre abgedunkelt und bedürften daher einer restaurativen Säuberung, um wieder in altem Glanz zu erstrahlen. Möglichkeiten hierzu wurden nach dem Vortrag beim Betrachten der Bilder von einigen Teilnehmern schon andiskutiert. Text: Christa Haug und August Trützler 08.Februar 2012